Flyer zum Fachtag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

Präsentation Prof. Dr. Tillmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Präsentation Kobelt Neuhaus

Förderprogramm der Badischen Landeskirche

 

Antrag zum Förderprogramm der Badischen Landeskirche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tagungsunterlagen

 

Flyer

Fachtag "Familien in der Migrationsgesellschaft begleiten"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fischer: Migration und Familienbildung- Chancen der Vielfalt nutzen lernen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ivankovic: Teilhabe heißt Teilnehmen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Projekt Join!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tagungsunterlagen

 

 

 

 

Flyer zum Fachtag

Familienzentren-Mit Eltern im Dialog

 

Handout Tschöpe- Scheffler

 

Literaturliste

 

Rahmenkonzept Familienzentren in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tagungsunterlagen

 

Flyer zum Fachtag

"Neue Wege in der Elternarbeit" am 09. Juni 2016 in Erfurt

 

Handout Prof. Tschöpe-

Scheffler

 

Einladung zum Dialog

 

Literaturhinweise

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Fachtag „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern im Ganztag“, 22. Oktober 2019 in München

    Die Bildungschancen von Kindern im Grundschulalter verbessern, ohne die Elternarbeit neu aufzustellen? Das wird kaum funktionieren. In Kitas wird die Zusammenarbeit mit Eltern konzeptionell bereits als maßgeblich angesehen und immer mehr ein fester Bestandteil in der täglichen Praxis. Mit dem Eintritt in die Grundschule nimmt diese Begleitung und Unterstützung oft deutlich ab. Doch das pädagogische Konzept der kooperativen Ganztagsbetreuung an Grundschulen bietet aktuell die Chance, Bildungs- und Erziehungspartnerschaft auch hier weiter zu denken. Aber die konzeptionelle Entwicklung der Ganztagsbildung, die Einbindung der Eltern und die Kooperation zwischen unterschiedlichen Bildungsanbietern sind mit vielen Fragestellungen verbunden. Einen Raum, um diese Fragen gemeinsam zu diskutieren, bot ein Fachtag in München. Die Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE) e. V., die Landeshauptstadt München - Referat für Bildung und Sport sowie die Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Erwachsenenbildung in Bayern e.V. hatten Schulen, Jugendhilfeträger, Erzieher*innen und Elternvertreter*innen eingeladen.

    Dr. Susanne Herrmann, Leiterin des Geschäftsbereichs Kita der Landeshauptstadt München, betonte in ihrem Grußwort, dass der Ganztag an Grundschulen immer wichtiger werde. Der Freistaat und die Landeshauptstadt München entwickeln das Modell „Kooperative Ganztagsbildung“ für Grundschulkinder in München. Schulen, Kinder- und Jugendhilfe, Mittagsbetreuung und Eltern sind aufgefordert, Ideen und Vorschläge in die Ausarbeitung des Konzepts einzubringen. Der Start ist im Schuljahr 2019/2020.

    Manja Plehn, Professorin für Kindheitspädagogik an der Hochschule für Gesundheit in Gera, beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren intensiv mit dem „Ganztag“ an Grundschulen. Die Bildung im Ganztag ist rechtlich noch nicht verankert, der Schwerpunkt liegt meist in der Betreuung der Schüler*innen. Im Ganztagsschulausbau liegen laut Manja Plehn große Potentiale in der individuellen schulischen Förderung von Kindern, in einer verbesserten sozialen Integration sozial benachteiligter Kinder und dem Abbau herkunftsbedingter Bildungsungleichheiten. Neue Formen und Orte von Lernen und Bildung an allen Bildungsorten sind neu zu denken. Formale und nonformale Bildungsbereiche ergänzen dabei fundamental die Lernprozesse von Kindern. Um eine hohe Qualität der Bildungs- und Betreuungsangebote zu erreichen, müssen im Ganztag primär Fachkräfte arbeiten.

Prof. Dr. Manja Plehn, Hochschule für Gesundheit Gera

 

In ihrem Vortrag stellte Sina Fischer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatsinstitut für Frühpädagogik, dieKooperationen zwischen Schule, Jugendhilfe und Eltern in den Mittelpunkt. Frau Fischer nannte fünf Gründe, weshalb sich Kooperationen positiv auf den Lernerfolg von Kindern auswirken. Zum einen lernen Kinder wirksamer durch die Vernetzung von Lerninhalten. Der Blick auf das Kind ist umfassender, weil mehr Professionen das Kind in unterschiedlichen Situationen erleben können. Durch die Abstimmung in der Förderung werden Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf intensiver und passgenauer in ihren Lernprozessen unterstützt. Auch Fachkräfte betonen, wie bei Problemen die Zusammenarbeit mit anderen Professionen unterstützend sein kann. Und nicht zuletzt gegenüber den Eltern oder anderen Akteuren sprechen Hort und Schule mit einer Stimme. Wenn Schule, Jugendhilfe und Eltern bei der Gestaltung der Ganztagsbildung eng zusammenarbeiten, kommen die jeweiligen Stärken zum Tragen.

 

 

Sina Fischer, Staatsinstitut für Frühpädagogik München

 

Die Qualifizierung Elternbegleitung spielt auch im Ganztag eine wichtige Unterstützung, Elternbegleiter*innen können die Zusammenarbeit mit den Eltern gezielt entwickeln und sind stark, wenn es darum geht, situativ und dialogisch zu agieren. Edith Lauble, Dozentin der Qualifizierung Elternbegleitung, stellte die Qualifizierung vor und ließ die Teilnehmer*innen mit kleinen Zwischenübungen und Gesprächen praxisnah erleben, wie in der Qualifizierung gearbeitet wird.

In den Workshops am Nachmittag war ausreichend Gelegenheit, einzelne Praxiskonzepte kennenzulernen und den Blick auf die verschiedenen Perspektiven zu richten. Die Themen der Workshops:

 

Workshop I

Perspektiven Schulleitung

Schule neu entdecken: Chancen, Risiken und Herausforderungen

Anita Bock, Schulleiterin, Grundschule am Schererplatz

 

Workshop II

Perspektive aus Elternsicht

Was Eltern wollen, was Eltern benötigen, was Eltern einbringen

Dr. Petra Nass, ehemals GEBHT-Vorsitzende

 

Workshop III

Eltern begleiten

Erfahrungen aus der pädagogischen Praxis mit Familien

Ingrid Schmidbauer, Bianca Dimopoulos, Leitungen städtische Kindertageseinrichtungen

 

Workshop IV

Kompetenzen im Ganztag stärken

Aus Sicht der Erwachsenenbildung

Vera Lohel, Geschäftsführerin, AEEB Bayern

 

Workshop V

Perspektive Jugendhilfe

„Lebensort Schule“ – Wirksame Beteiligung von Familien

Edeltraud Schlipf, Irmgard Schlögl-Loder, RBS-Kita-FB

 

Während des Fachtages zeigte sich deutlich, wie wichtig die Einführung einer verlässlichen und pädagogisch qualitätsvollen Ganztagsbildung an Grundschulen und wie maßgeblich dabei eine ressortübergreifende Verständigung und Konzeptentwicklung ist. Die Teilnehmer*innen des Fachtages waren sich einig, dass Elternbegleitung, ausgehend von einer dialogischen und wertschätzenden Haltung, bei der Entwicklung der Ganztagsbildung sehr hilfreich ist. Und anhand der Praxisbeispiele in den Workshops wurde anschaulich, in welcher Weise dies realisiert werden kann.

 

Fachtag „Armut als Herausforderung in Kitas und Familienbildung

21. Februar 2019 in Kassel

 

Die Bildungschancen von Kindern in Deutschland sind nach wie vor von der sozialen Herkunft bestimmt. In jedem fünften Kinderzimmer spielt Armut mit. Und Armut bedeutet nicht nur Mangel an Geld. Familien mit geringem Einkommen sind in der Regel auch mit sozialen, kulturellen und gesundheitlichen Einschränkungen und existentiellen Sorgen konfrontiert. Kinder aus armen Familien haben zusätzliche Entwicklungsaufgaben zu bewältigen und können ihre Potentiale kaum entwickeln. Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sollten nicht nur auf die Sorgen armer Familien achten, sie können auch maßgeblich dazu beitragen, deren soziale und kulturelle Situation zu verbessern und den Kindern mehr Bildungschancen zu ermöglichen.

Wie armutssensibles Handeln in Krippe, Kita, Schule und Familienbildung gelingen kann, diskutierten Fachkräfte in Kassel. Dazu eingeladen hatten die Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE) gemeinsam mit dem Evangelischen Fröbelseminar der Diakonie Hessen und dem Landesverband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder in Kurhessen-Waldeck.

Die Armutsforscherin Gerda Holz erläuterte in ihrem Vortrag „Armut bei Kindern und deren Familien“, wie wichtig das Wissen über Armut bei der Entwicklung von Armutssensiblen Handeln im pädagogischen Alltag ist. Zentrale Ursachen sind neben Erwerbs- und sozialen Problemen auch strukturelle Risiken wie Migration, Alleinerziehend, Bildung oder Kinderreich. Armut hat mehrere Dimensionen, deren Auswirkungen oft nicht erkannt werden. Armut ist in erster Linie Einkommensarmut und eine Lebenslage, die die Gestaltungs-, Entscheidungs- und Handlungsspielräume der Familien einschränkt. Armut führt zu Unterversorgung mit normalen Gütern und Leistungen und zu sozialer Ausgrenzung. Armut hat ein spezifisches Kindergesicht. Aufwachsen unter Armutsbedingungen prägt die Entwicklung von Kindern nachhaltig - materiell, sozial, gesundheitlich und kulturell. Um die familiäre Notlage zu bewältigen verzichten Eltern in der Regel in drei Stufen: erst sparen sie bei sich selbst, dann verzichten sie bei Einkäufen und schließlich müssen sie die Handlungsspielräume der ganzen Familien einschränken.

In der Zusammenarbeit mit den Familien müssen Ursachen und Folgen von Armut berücksichtigt werden. Es braucht mehr Feinfühligkeit gegenüber armutsbetroffenen Eltern, angesichts ihrer Lebenslage und ihren Bedürfnissen, und es braucht mehr Wertschätzung angesichts ihrer Ressourcen und Bewältigungsstrategien. Armutssensibilität entwickeln – das ist nach Gerda Holz ein „Must-have“ der professionellen Arbeit von familienbezogenen Fachkräften, Einrichtungen und Trägern. Arme Eltern brauchen Unterstützung bei der Existenzsicherung und Alltagsbewältigung. Und nicht zuletzt ist auf die Kosten von Familienangeboten zu achten, dies ist einfach der zentrale Ausgrenzungsmechanismus. Bildungsangebote werden auch von armen Eltern vor allem dann angenommen, wenn sie offen und kostenfrei konzipiert sind. Dabeisein ist für sie zwar nicht alles, eröffnet ihnen aber Zugänge, ermöglicht Teilhabe und stärkt das Selbstwertgefühl.

 

 

                                                       Gerda Holz

 

Werner Thole, Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Kassel stellte erstmalig Ergebnisse des Forschungsprojekts „Armut und Heterogenität in Lehrbüchern für Fachschulen und in Deutungen von Pädagogen/innen“ vor. Diese Untersuchung macht deutlich, dass das Thema „Armut und soziale Ungleichheit“ in den Lehrplänen und gängigen Lehrbüchern für die Ausbildung von Erzieher/innen bundesweit so gut wie nicht vorkommt. Thole geht daher von der Annahme aus, dass die künftigen und bereits ausgebildeten pädagogischen Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Familienzentren nicht professionell darauf vorbereitet sein können, Armut und soziale Ungleichheit als zentrale Herausforderung ihrer pädagogischen Praxis anzunehmen. In der Praxis, so Prof. Thole, wird Armut vor allem als private Krise, als Folge unverantwortlichen Konsums oder als Resultat fehlender Elternkompetenz gedeutet. Die sozialen und kulturellen Unterschiede bei Kindern werden zwar auch als Folge von gravierenden Einkommensunterschieden wahrgenommen, doch vor allem greift in den Institutionen das Deutungsmuster einer „Individualisierung von Armut“ oder einer „Pädagogisierung von Armut“. Das aber wirkt despektierlich, geht deutlich an der Sache vorbei und hat mit dem Alltag der betroffenen Familien wenig zu tun.

 

                                              Prof. Dr. Werner Thole

 

Die Qualifizierung Elternbegleitung kann die armutssensible Zusammenarbeit mit den Familien in den Einrichtungen begleiten. Elternbegleiter/innen wissen, wie die Zusammenarbeit durch eine wertschätzende, dialogische Haltung gegenüber den Eltern gelingen kann. Ursula d`Almeida Deupmann, Dozentin der Weiterqualifizierung Elternbegleitung, stellte die Qualifizierung Elternbegleitung vor und ließ die Teilnehmer/innen sehr praxisnah erleben, wie in der Qualifizierung gearbeitet wird. In kleinen Zwischenübungen und Gesprächen konnten sie ihre eigenen Erfahrungen reflektieren und gewannen einen persönlichen Zugang zum Tagungsthema und zur Fortbildung.

 

Am Nachmittag war ausreichend Gelegenheit, einzelne Praxiskonzepte näher kennenzulernen und die eigene Arbeit zu reflektieren. Die Themen der Workshops lauteten:

Armut und Heterogenität

Herausforderungen für das pädagogische Handeln in Kindertagesstätten

Stephanie Simon und Jessica Prigge

Forschungs- und Entwicklungsverbund Evang. Fröbelseminar / Universität Kassel

 

Wenn man arm ist…

Der Reichweite des Themas in der Kita gerecht werden

Regine Haber-Seyfarth, Landesverband Evang. Tageseinrichtungen für Kinder in Kurhessen-Waldeck e. V. und Helga Waldeck, Evang. Kita, Habichtswald-Dörnberg

 

Alle im Blick behalten

Vorurteilsbewusste, offene Angebote in der Familienbildung

Anne Nagel, Kulturzentrum Schlachthof e. V., Kassel

 

Zuerst müsste man mal Kontakt haben

Durch Vater-Kind-Aktionen Zugänge schaffen

Stefan Sigel-Schönig, Evang. Kirche Kurhessen-Waldeck

 

Die Tagung zeigte deutlich, dass Fragen von sozialer Ungleichheit und Armut für die Arbeit mit Eltern und Familien in allen Einrichtungen von zentraler Bedeutung ist - auch wenn in den Lehr- und Lernplänen der Bundesländer darauf weitgehend verzichtet wird. Die Teilnehmenden erlebten, wie wirksam das Konzept der Elternbegleitung, mit seiner dialogischen und wertschätzenden Haltung, insbesondere für die Entwicklung von armutssensiblem Handeln hilfreich sein kann. Zudem konnten in den Workshops aktuelle Beispiele von armutssensiblem Handeln in Kitas und Familienbildung vorgestellt und diskutiert werden.

In diesem Jahr werden zertifizierte Elternbegleiter/innen in ihrer Arbeit mit einkommensschwachen Familien besonders unterstützt: es gibt seitens des BMFSFJ in allen Bundesländern vertiefende Workshops zur Thematik.

 

 

 

Fachtag „Wenn es schwerfällt, mitzukommen! Eltern bei Bildungsübergängen ihrer Kinder begleiten

10. September 2018 in Bremen

Die Bildungsbiographie von Kindern wird wesentlich vom Elternhaus beeinflusst, vor Allem wenn Übergänge zwischen Bildungseinrichtungen zu entscheiden und zu begleiten sind. Besonders an den Übergängen wirken sich die ungleichen Ressourcen der Eltern sehr nachteilig aus: Die einen können viel Kraft, Wissen, Geld und Beziehungen einsetzen, um ihren Kindern eine reibungslose Bildungslaufbahn zu ermöglichen. Die anderen, die schon benachteiligten Familien, sind mit solchen Weichenstellungen schnell überfordert. Betroffen sind arme und von Armut bedrohten Familien, und auch Eltern, also Eltern, die aus guten Gründen zunächst einmal finanzielle und zeitliche Belastungen vermeiden wollen, und auch Eltern, die sich in Bildungsinstitutionen unsicher fühlen, etwa, weil ihre Muttersprache nicht Deutsch ist. Die Fachkräfte in den Einrichtungen sind hier nicht nur pädagogisch gefragt, denn der Eintritt in eine Kita, der Start in einer Grundschule oder der Übergang in eine weiterführende Schule sowie alle durch Umzug, Krankheit oder andere Belastungen begründete Wechsel können die soziale und persönliche Entwicklung von Kindern nachhaltig prägen.

Wie Eltern, denen es schwer fällt mitzukommen, gestärkt und begleitet werden können, diskutierten Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen, Schulen und Ganztagsbetreuung in Bremen. Eingeladen hatten die Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE) gemeinsam mit dem evangelischen Bildungswerk Bremen, dem Landesverband evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder Bremen und dem Landesinstitut für Schule Bremen.

In ihrem Grußwort drückte Edda Bosse, Präsidentin der Bremischen evangelische Kirche ihre Begeisterung aus, dass sich zu diesem Thema alle wichtigen Akteure in der Hansestadt zusammengefunden und zur Tagung eingeladen haben. Aus ihrer Sicht sei es wichtig, von den Eltern aus zu denken. Die Stärkung der Eltern sei notwendig, um Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Dr. Claudia Bogedan, Senatorin für Kinder und Bildung im Senat der Freien Hansestadt Bremen, betonte in ihrem Grußwort, dass das Thema Übergänge immer wichtiger werde. Der Senat der Hansestadt Bremen fördert mit einem Landesprogramm die Entwicklung von Bildungsangeboten zur Bildungspartnerschaft zwischen Schulen und Eltern. Der institutionelle Blick auf Bildungsübergänge soll durch die Elternperspektive erweitert werden. Der Start ist im Herbst 2018

 

 

 

Im Vortrag von Prof. Klaus-Jürgen Tillmann wurde die Perspektive von Einrichtungen und Ressorts kontrastiert mit der Perspektive von Eltern und ihrer Lebenswelt. Zwei gegensätzliche Entwicklungen sind zu beachten: Einerseits ist eine zunehmende Entstandartisierung der Lebensläufe in Familie und Beruf festzustellen. Die Altersfixierung beziehungsweise die Reihenfolge von Lebensereignissen (wie Heirat, Karriere oder Familiengründung) sind deutlich flexibler geworden. Es gibt lebensweltlich immer mehr und immer individuellere beziehungsweise flexiblere Übergänge. Dem gegenüber steht eine zunehmende Normierung und immer schnellere Durchlaufzeit im Bildungsbereich, z. B. durch den Bologna-Prozess, das verkürzte Abitur und Bemessung von Lernleistungen in den Kitas. Diese gegenläufigen Entwicklungen erhöhen für das einzelne Kind und seine Eltern das Risiko, falsche Entscheidungen zu treffen oder überfordert zu werden.

Hinzu kommt: Übergänge werden von Kindern unterschiedlich verarbeitet. So gelingt der Schuleintritt in einem dauerhaft stressfreien Elternhaus leichter, denn die Kommunikation im Elternhaus spielt laut Prof. Tillmann eine zentrale Rolle bei der Bewältigung schwieriger Lebensabschnitte. Institutionelle Unterstützungen wie „Schulbesuche“ der Kitakinder, ein geregelter Austausch zwischen Kita- und Schul-Fachkräften, jahrgangsübergreifendes Lernen oder die Entwicklung einer „Ankommenskultur“ sind wichtige Ansätze. Aber die Eltern, in ihrer lebensweltlichen Situation und mit ihren sehr unterschiedlichen Ressourcen, müssen dabei noch stärker in den Blick genommen werden.

 

 

 

Die Qualifizierung Elternbegleitung kann Eltern bei Bildungsübergängen ihrer Kinder Orientierung geben. Elternbegleiter*innen wissen, wie die Zusammenarbeit mit den Eltern gelingen kann. Ursula d’Almeida Deupmann, Dozentin der Qualifizierung Elternbegleitung, stellte die Qualifizierung vor und gab Einblicke in deren Ablauf. Sehr praxisnah konnten die Teilnehmer*innen selbst erleben, wie in der Qualifizierung gearbeitet wird. Mit kleinen Zwischenübungen und Zwiegesprächen konnten die Teilnehmer*innen eigene Erfahrungen reflektieren und dadurch weitere Zugänge zum Thema erlangen.

In den Workshops war anschließend Gelegenheit, einzelne Praxisansätze näher kennenzulernen. Anhand von Projekten und Praxiskonzepten konnte aufgezeigt werden, wie Eltern bei den Bildungsübergängen ihrer Kinder begleitet werden.

Die Workshops des Fachtags:

  • Muss aller Anfang schwer sein?

Gelungene Übergänge als Ausgangspunkt von Erziehungs- und Bildungspartnerschaften in Schulen

Input und Moderation:

Magda Ehmke, Leiterin Kath. Bildungswerk Bremen

Arnold Jahnke, ehem. Leiter der kath. St. Joseph-Schule Bremen

 

  • Darf ich mich in Ihre Erziehung einmischen?

Die Resonanz von Angeboten zur Entwicklungsförderung in der Eltern- und Familienbildung

Input und Moderation:

Dr. Heidemarie Rose, ehem. Abteilungsleitung Junge Menschen und Familien bei SfJFIS und Projektkoordinatorin Bremer Initiative zur Stärkung frühkindlicher Entwicklung (BRISE)

 

  • Ernst genommen und beteiligt

Wie sich eine partizipatorische Übergangsgestaltung in der Kita entwickeln lässt

Input und Moderation:

Kerstin Wührmann, Leiterin der Kita der evang. Martin-Luther-Gemeinde Finsdorff

 

Die Tagung zeigte deutlich, dass es in Bremen gute Beispiele für die Begleitung von Eltern bei Bildungsübergängen gibt, von denen sich ressort- und einrichtungsübergreifend lernen lässt. Übergänge von der Familie in die Kita und in die Grundschule werden in der Praxis bereits intensiv unterstützt. Im Landesprogramm zur Förderung von Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Eltern werden nun weitere neue Praxisprojekte für den schulischen Bereich entwickelt und Elternbegleiter*innen – so der Konsens der Tagung – können dabei eine Schlüsselrolle spielen.

 

 

 

Fachtagung „Familienzentren und Familienbildung auf dem Weg – Eltern in Kommunen, Gemeinde und im Quartier begleiten“ am 15.03.2018 in Karlsruhe

Kinder- und Familienzentren sind für Eltern Anlaufstellen im Sozialraum, die ihnen vertraut sind. Doch welche Unterstützung in Bildungs- und Erziehungsfragen können diese Einrichtungen den Eltern tatsächlich bieten? Wie werden Kinder- Familienzentren zu Orten, wo Eltern spürbare Entlastung, ansprechende Angebote und professionelle Beratung finden, wo ihre Interessen und Fragen sich kommunizieren lassen, ernst genommen und aufgegriffen werden?

Die DEAE griff diese Thematik gemeinsam mit der Diakonie Baden und der evangelischen Erwachsenen- und Familienbildung Baden auf und lud zur Fachtagung „Familienzentren und Familienbildung auf dem Weg“ nach Karlsruhe ein. Weil die Mitarbeiter/innen in den Kindertageseinrichtungen, Familienzentren und die Entscheidungsträger in den Verbänden und Kommunen vor großen Herausforderungen stehen, war die Tagungsnachfrage sehr groß: mehr als 100 Teilnehmer/innen sind nach Karlsruhe gekommen.Durch das kooperative Setting der Tagung gelang es, die für Entwicklung der Kinder- und Familienzentren aktuell entscheidenden fachlichen und politischen Fragen intensiv zu bearbeiten.Die Teilnehmer/innen konnten sich etwa über die neuen Fördermöglichkeiten durch das Land, die Badische Landeskirche und die Evangelische Erwachsenen- und Familienbildung detailliert informieren.

Prof. Dr. Schneider-Harpprecht, Oberkirchenrat in der Badischen Landeskirche und Leiter des Referats Erziehung und Bildung betonte in seinem Grußwort, wie wichtig die Familie als erster Lernort in der Bildungsbiografie von Kindern ist. Familien brauchen Einrichtungen, die Begleitung und Unterstützung in Bildungsfragen anbieten.

 

         
          Prof. Dr. Schneider- Harpprecht
                                                                                             
Die Entwicklung von Kinder-und Familienzentrum kann nur gelingen, wenn auch eine adäquate Finanzierung dafür gesichert ist. Thomas Dermann stellte die Eckpunkte für Evangelische Kinder- und Familienzentren in Baden vor. Denn Familienzentren brauchen einen Plan und finanzielle Ausstattung – um Eltern zu begleiten und zu unterstützen.

 

                                                  Thomas Dermann,
                                             Ev. Landeskirche Baden
 

Die Präsidentin des Bundesverbands der Familienzentren Daniela Kobelt Neuhaus unterstrich mit ihrem Vortrag, dass Familienzentren nicht für Familien, sondern mit Familien arbeiten.Familienzentren bieten hochwertige, institutionsübergreifende und lebensbegleitende Unterstützungsstrukturen für Familien im Sozialraum an. Das können Begleitung und Beratung in Erziehungs- und Bildungsfragen sein, aber auch Fragen zu haushaltsnahen Dienstleistungen. Die Leitidee ist eine Zusammenführung der Bereiche, die für eine gute Entwicklung des Kindes und der Familie vor Ort von Bedeutung sind. Für ein erweitertes Angebotsspektrum sind nicht nur regionale Netzwerke notwendig, um zusätzliche Ressourcen zu nutzen, sondern auch fachliche und politische Unterstützung bei der Umsetzung.

 

                                          Daniela Kobelt Neuhaus

 

Die Qualifizierung „Elternbegleitung“ kann die Weiterentwicklung zum Familienzentrum unterstützen, weil Elternbegleiter/innen wissen, wie die Zusammenarbeit mit den Eltern gut gelingen kann. Dr. Petra Rösgen, Dozentin der Qualifizierung Elternbegleitung gab diesbezüglich Einblicke in die Qualifizierung Elternbegleitung und stellte Praxisbeispiele vor, wie Elternbegleitung die Zusammenarbeit mit den Eltern in den Familienzentren gestalten kann.

 

In den Workshops war Gelegenheit, die vielfältigen Praxisansätze kennenzulernen. So zeigten Projekte, wie durch Vernetzung und Kooperationen mehr Teilhabe von geflüchteten Familien in Kitas und Familienzentren möglich ist.

 

Die Workshops des Fachtags:

  • Willkommen!
Ein interkultureller Treffpunkt zur Begegnung und Bildung von Frauen und Kindern
Gardis Jacobus-Schof, Evang. Erwachsenenbildung Odenwald-Tauber
  • Männer sind die besten Väter
Vater-Kind-Aktionen in Kitas und Gemeinden
Rainer J. Schnebel, Evang. Landeskirche Baden
  • Vertraut werden
Kinder und Familien mit Fluchterfahrung im Kinder- und Familienzentrum
Andreas Deecke, Ute Farbacher, Evang. Kindertageseinrichtung Weinbrennerstrasse Karlsruhe
  • Kein Kind zurücklassen
Wie können Familien in Problemlagen durch die Kita unterstützt werden
Dorit Hartmann, Lukas-Kindertageseinrichtung Pforzheim
Anja Gabriel, Evang. Kita der Stadtkirchengemeinde Pforzheim
 

Viele Kinder- und Familienzentren in Baden sind auf den Weg, sich finanziell und konzeptionell zu entwickeln. Die Tagung hat gezeigt, dass es an bewährten Konzepten und Best Practice nicht mangelt, sie hat zudem gezeigt, wo genau sich derzeit finanziell etwas bewegen lässt und wie wirksam qualifizierte Elternbegleiter/innen die fachliche Entwicklung von Kinder- und Familienzentren voranbringen können.

 

 

Fachtag „Familien in der Migrationsgesellschaft begleiten“ 17. Mai 2017 Düsseldorf

17. Mai 2017 in Düsseldorf

Familien werden auch in kultureller Hinsicht immer vielfältiger. Eltern mit Zuwanderungsgeschichte kommen aus verschiedenen Ländern und unterscheiden sich nicht nur in ihren Lebenssituationen. Wie viele andere Eltern fragen auch sie nach Unterstützung und Begleitung in Erziehungsfragen und würden gern Bildungsangebote in Anspruch nehmen. Doch Familienbildungseinrichtungen stehen hier noch vor großen Herausforderungen. Es gelingt bislang nur punktuell, Familien mit Migrationshintergrund einzubinden, niedrigschwellige Zugänge selbstverständlich auch diesen Eltern anzubieten und dabei interkulturelle Ansätze zu berücksichtigen.

Mit dem Tagungstitel „Familien in der Migrationsgesellschaft begleiten“ wurde eine besonders für Evangelische Einrichtungen und Verbände anstehende Thematik aufgegriffen. Die Tagung war das Ergebnis einer intensiven Kooperation zwischen lokalen Einrichtungen (Herringen), dem Landesverband der Evangelischen Erwachsenenbildung Nordrhein, dem Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe, dem Elternnetzwerk NRW, dem Institut für Präventive Pädagogik und dem Dachverband für Evangelische Erwachsenenbildung (DEAE/CI). In dieser Konstellation gelang es,  für die Eltern- und Familienbildung in NRW hilfreiche fachliche und politische Impulse zu setzen.

 

Tim Rietzke, Leiter des Geschäftsfeldes Familie und junge Menschen vom Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe

 

Veronika Fischer, Professorin an der Hochschule Düsseldorf, erläuterte in ihrem Vortrag das Konzept einer „diversitätsbewußte Familienbildung“. Eine diversitätsbewußte Familienbildung steht für Anerkennung, Antidiskriminierung, Teilhabe und Empowerment. 

 

 

Prof. Dr. Veronika Fischer, Hochschule Düsseldorf

 

Einrichtungen können am besten präventiv wirksam werden, indem sie die Eltern mit Gesprächs- und Begegnungsangeboten gewinnen und Fachkräfte entsprechend weiterbilden. Das Bundesprogramm „Elternchance – Familien früh für Bildung gewinnen“ ist dafür eine bewährte Option, denn es bietet die Möglichkeit, die dialogische Zusammenarbeit mit Eltern zu professionalisieren.

Ursula d’Almeida-Deupmann, Dozentin Elternchance II, gab diesbezüglich praktische Einblicke in die Weiterbildung und dem leitenden dialogischen Ansatz. Insgesamt lässt sich die Weiterbildung gut mit anderen Ansätzen verbinden, wie am Projekt „Join!“ exemplarisch deutlich wurde

In fünf Workshops bekamen die Teilnehmenden dann Gelegenheit, vielfältige Praxisansätze und Beispiele kennenzulernen und miteinander in Austausch zu kommen. So etwa zeigten Projekte von Elternbegleitern/innen auf, wie über Netzwerke und Kooperationen mehr selbstverständliche  Teilhabe von Eltern mit Migrationshintergrund erreichten werden kann. Insgesamt waren folgende Workshops im Angebot:


Miteinander statt Nebeneinander - Familien mit Fluchterfahrung begleiten

Heike Knüfer/ Nicole Bleyer, Ev. Kindertageseinrichtung Arche-Noah, Herringen


Teilhabe heißt Teilnehmen!
Empowerment von Eltern mit Zuwanderungsgeschichte und Ansatzpunkte 

für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Peter Ivankovic, Elternnetzwerk NRW

 

Interkulturelle Öffnung von Einrichtungen
Prof. Dr. Veronika Fischer, Hochschule Düsseldorf

Einblicke in dialogisches Arbeiten
Ursula d’Almeida-Deupmann, Dozentin Elternchance II

Willkommen in der Familienbildung
Konzepte niedrigschwelliger Elternbildung
Bernd Brixius, Praepaed, Institut für präventive Pädagogik

 

Neben vielen konkreten Anregungen, wie es Einrichtungen gelingen kann, sich langfristig interkulturell zu öffnen, kamen die Teilnehmenden in den Workshops dann auch ins Gespräch über ihre Erfahrungen mit hartnäckigen Stolpersteinen und migrationsspezifischen Kommunikationshürden. Dem Fachtag ist es gelungen, die Bildungsarbeit mit den Eltern in den Mittelpunkt zu stellen und konkrete Hinweise zu geben, wie Bildungseinrichtungen und Bildungsangebote in NRW für Familien mit Migrationshintergrund attraktiver werden können.

 

Fachtag „Familienzentren- Mit Eltern im Dialog"

24. Oktober 2016 in Ulm

Immer mehr Einrichtungen entwickeln sich zu Familienzentren und nehmen Eltern in den Blick. Die Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft (DEAE) hat deshalb ihren zweiten Fachtag zum Thema Familienzentren veranstaltet. In Zusammenarbeit mit dem evangelischen Landesverband für Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg und dem evangelischen Landesverband der Familienbildungsstätten in Württemberg fand dieser Fachtag am 24.10.2016 in Ulm mit 120 Teilnehmer/innen statt. Dieses sehr große Interesse zeigt die Aktualität dieses Themas in Baden-Württemberg und Bayern.

Die Qualifizierung Elternbegleitung ist als wichtiger Baustein für die Arbeit in den Familienzentren gefragt. Mit ihrem Wissen und ihrer Haltung unterstützen Elternbegleiter/innen bereits konzeptionell und fachlich die Arbeit in den Familienzentren.

 

In seinem Grußwort zu Beginn des Fachtags unterstützt Staatssekretär Volker Schebesta vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg die Entwicklung. Das Land Baden-Württemberg fördert mit einem Programm den Ausbau der Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren. Die Initiative des Landes und das Bundesprogramm Elternchance können die Entwicklung der Familienzentren stärken.

 

 

Staatskretär Volker Schebesta, MdL

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport/ Baden- Württemberg

 

Sigrid Tschöpe-Scheffler, Professorin an der TH Köln, ermutigte in ihrem Fachvortrag die Teilnehmer/innen dazu, in der Zusammenarbeit mit Eltern Neues auszuprobieren. Eltern ansprechen, begeistern, einladen und begleiten gelingt dann, wenn neue Formate in den Bildungseinrichtungen entwickelt werden. Das kann eine gelingende Willkommenskultur in den Einrichtungen sein und eine dialogische Haltung in der Zusammenarbeit mit den Eltern. Das bedeutet auch, mit den Eltern „in Resonanz zu gehen“. Zahlreiche Beispiele zeigten, wie durch informelles Lernen in formalen Bildungssettings Mütter und Väter für die Mitarbeit begeistert werden können.

 

Prof. Dr. Sigrid Tschöpe- Scheffler

Technology Arts Sciences TH Köln

 

Familienzentren müssen strukturell gut aufgestellt sein, um gute Arbeit leisten zu können. Steffen Schmidt von der Fachberatung Familienzentren erläuterte die Chance von Familienzentren als Netzwerke und Orte der Elternbegleitung. Der Aufbau eines Familienzentrums gelingt dann, wenn Ressourcen für die Koordinator/in für die inhaltlichen Aufgaben vorhanden sind.

Wenn es um die Zusammenarbeit mit den Eltern geht, sind Elternbegleiter/innen gefragt. Sabine König, Dozentin der Qualifizierung Elternbegleitung, gab praktische Einblicke in die Weiterqualifizierung. Die Kompetenzen von Elternbegleiter/innen, die dialogische Arbeit, die Praxisprojekte und die Selbstreflexion zeigen die Vielfalt auf.

Dem Fachtag gelang es, die Arbeit mit den Eltern in den Mittelpunkt zu stellen und Impulse für die Arbeit in den Familienzentren geben.

In den Workshops am Nachmittag gab es reichlich Gelegenheit, die Praxis der Familienzentren kennenzulernen und miteinander in den Austausch zu kommen.

  •   Elternbegleitung in Familienzentren

               Evang. Familienzentrum Jörg-Syrlin-Haus, Ulm

  • Offene Familienbildungsangebote im Familienzentrum

               Familienzentrum WIE, Filderstadt

  • Mütterzentren – dazugehören, mitmachen und mitgestalten 

               www.muetterforum.de

               www.muetterzentren-in-bayern.de

  • Miteinander statt Nebeneinander, Familien mit Fluchterfahrung begleiten

              Kinderhaus Eberdinger Str., Hemmingen

 

 

 

Fachtag "Neue Wege in der Elternarbeit" 09. Juni 2016 in Erfurt

 

Am 9. Juni 2016 haben die DEAE und die Diakonie Mitteldeutschland im Rahmen des Projekts Elternchance II zu einem Fachtag nach Erfurt ins Augustinerkloster eingeladen. Die Resonanz auf den Fachtag war sehr groß. Das Tagungskonzept ist sehr gut angekommen. Die Qualifizierung Elternbegleitung wurde vorgestellt und die fachlichen Inputs zur Praxis von Elternbegleitung kamen gut an . Der Fachtag ermutigte die Teilnehmer_innen, die Zusammenarbeit mit Familien zu gestalten, um diese zu erreichen, zu unterstützen, zu begleiten und zu begeistern.

 

Elternchance ist Kinderchance, das Bundesprogramm des BMSFSJ hat einen Paradigmenwechsel in der Familienbildung initiiert. Die Familie und die Einrichtungen der frühkindlichen Bildung sind Bildungsorte, die für positive Bildungsverläufe von Kindern wichtige Weichen stellen. Die dazu notwendigen Kompetenzen werden in der Qualifizierung vermittelt. In Tagungen und Workshops hat die DEAE die Weiterentwicklung von Elternbegleitung und Familienbildung zum Schwerpunkt gemacht. 

 

 

1.1 Fachtagungen 2013/14 für Fachkräfte der Familienbildung/

       Familienbezogenen Erwachsenenbildung        

Die DEAE hat sich an der Qualifizierung des Bundesprogramms Elternchance ist Kinderchance des BMFSFJ von 2011-Juli 2015 beteiligt und zusammen mit fünf weiteren Verbänden der Familienbildung die bundesweite Qualifizierung zum/zur Elternbegleiter_in angeboten.

In Fachtagungen und Workshops für Fachkräfte der Erwachsenen- und Familienbildung sowie Vertreter_innen von Verbänden und für qualifizierte Elternbegleiter_innen wurden Informationen über das Projekt vermittelt und fachliche Fragestellungen zur Weiterentwicklung von Familienbildung und Elternbegleitung vertieft. Mit dieser Tagungsdokumentation möchte die DEAE auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und als Reflexion praktischer Entwicklungsaufgaben Herausforderungen an die Familienbildung aufzeigen und dabei die Erfahrungen und Ergebnisse aus den Qualifizierungskursen vorstellen. 

 

1.2 Herausforderungen an die Arbeit mit Familien

       Beiträge aus der Wissenschaft

Wie Familienbildung gesellschaftliche Herausforderungen aufgreifen und mit ihren Bildungsangeboten Familien erreichen kann, die mehr Bildungsgerechtigkeit ermöglichen,  sind zentrale Fragen, die in den wissenschaftlichen Vorträgen diskutiert wurden. Die DEAE favorisiert den Paradigmenwechsel hin zu einer situationsorientierten und dialogischen Zusammenarbeiten mit Familien und zielt darauf ab, mit informellen Bildungssituationen bildungsferne Eltern zu erreichen und ihre Erziehungs- und Bildungskompetenz durch selbstgesteuertes, entdeckendes und erfahrungsorientiertes Lernen zu unterstützen. Die Erfahrungen im Projekt Elternchance und die mehrperspektivische Beschreibung der Lebenslagen von Familien verdeutlichen zudem, dass es der Entwicklung einer gemeinsamen Handlungsbasis der Akteure der Familienbildung bedarf, um den vielschichtigen Veränderungen der Lebensrealitäten von Familien gerecht zu werden.

 

1.3 Qualifizierung zum/zur Elternbegleiter_in

Pädagogische Fachkräfte, die bereits in der Elternarbeit tätig sind, werden zu Elternbegleiter_innen weiterqualifiziert. Das besondere an der Qualifizierung ist die Vermittlung einer dialogischen Haltung in der Zusammenarbeit mit Familien; ihr Kennzeichen ist eine achtsame, zugewandte, ermutigende und ressourcenorientierte Interaktionspraxis. Die Tätigkeit eines Elternbegleiters/einer Elternbegleiterin ist darauf konzentriert, die Lebenssituation und Bedürfnisse von Familien zu verstehen und sie in einer Weise zu begleiten, ihr Leben selbstwirksam zu gestalten, sie gegebenenfalls zu entlasten und für die Förderung der Bildungsverläufe ihrer Kinder zu motivieren. 

 

1.4 Elternbegleitung in der Praxis

Elternbegleiter_innen haben ihre Handlungs- und Haltungskompetenzen erweitert und dadurch neue Zugänge zu bildungsfernen Familien geschaffen. Familien und Einrichtungen frühkindlicher Bildung werden als zentrale Bildungsorte für Kinder wahrgenommen und miteinander verbunden. Elternbegleiter_innen fördern Bildungspartnerschaften zwischen Eltern und Bildungseinrichtungen und regen die Vernetzung im Sozialraum an.

 

1.5 Impulse für neue Zielgruppenangebote in der Familienbildung

An Beispielen aus der Praxis von Familienbildungsstätten wurden erfolgreiche Konzepte vorgestellt, die mit neuen Bildungsformaten (bildungsferne) Eltern erreichen. Die Qualifizierung schafft die für offene Angebote notwendigen fachlichen Voraussetzungen. Der fachliche Austausch über konzeptionelle Fragen und die präsentierten Projekte haben beispielhafte Entwicklungsperspektiven insbesondere für Familienbildungsstätten sichtbar gemacht.

 

1.6 Methodenwerkstatt

Die Arbeit im Sozialraum braucht Vernetzung und Kooperation. Es bedarf der Entwicklung neuer Formen der Zusammenarbeit der Fachkräfte und der Einrichtungen. Das dazu notwendige Handwerkszeug wurde in einem Methodenworkshop präsentiert.

 

1.7 Fachtagungen im Überblick

 

Elternchance ist Kinderchance. Neue Wege in der Elternarbeit, Fachtagung für Mitarbeiter_innen der Elternarbeit am 09. Juni 2016 in Erfurt.

 

Am 9. Juni 2016 haben die DEAE und die Diakonie Mitteldeutschland im Rahmen des Projekts Elternchance II zu einem Fachtag nach Erfurt ins Augustinerkloster eingeladen. Die Resonanz auf den Fachtag war sehr groß. Das Tagungskonzept ist sehr gut angekommen. Die Qualifizierung Elternbegleitung wurde vorgestellt und die fachlichen Inputs zur Praxis von Elternbegleitung kamen gut an . Der Fachtag ermutigte die Teilnehmer_innen, die Zusammenarbeit mit Familien zu gestalten, um diese zu erreichen, zu unterstützen, zu begleiten und zu begeistern.

 

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