>>> FACHGRUPPE FAMILIENBEZOGENE BILDUNG

Auftrag und Selbstverständnis

Die Fachgruppe Familienbezogene Bildung wurde eingesetzt, um den Vorstand sowie die Mitgliederversammlung der DEAE zu Themen der familienbezogenen Erwachsenenbildung und damit zusammenhängenden Fragen zu beraten und zu unterstützen.

Die Fachgruppe versteht Familie als ein verantwortliches und solidarisches Miteinander der Generationen, das geprägt ist von Liebe und Freiheit, Verlässlichkeit und Verantwortung füreinander.

Die Familienbezogene Bildung als quantitativ großer Bereich innerhalb der Evangelischen Erwachsenenbildung ist ein profilbildendes Handlungsfeld. Sie zeichnet sich insbesondere durch ihre lebenslagen- und ressourcenorientierte Herangehensweise in der pädagogisch-theologischen Arbeit aus. Sie verortet sich im Kontext lebensbegleitender Bildung und hat alle Lebensphasen „von der Geburt bis zum Lebensende“ im Blick. Ihre Arbeitsansätze beziehen sich sowohl auf das System Familie, die Herausforderung von „doing-family“, als auch auf gesellschaftliche, sozial- und familienpolitische Fragestellungen.

 

Ziele

Angesichts der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Familien und der Vielfalt von Lebensformen leistet familienbezogene Bildung als zentraler Bereich der wert- und normenorientierten Bildung einen wichtigen Beitrag zur Orientierung in der Welt sowie zur Persönlichkeitsbildung.

Sie möchte Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu selbstbestimmtem Handeln im privaten wie öffentlichen Raum befähigen. Die Förderung von Beziehungs- und Erziehungskompetenzen ist eine ihrer wesentlichen Aufgaben. Familienbezogene Bildung orientiert sich am Alltag und der Lebenswelt der Menschen und fördert selbstorganisierte sowie ehrenamtliche Familienbildungsarbeit. Sie ist Teil von familienunterstützenden und solidarischen Netzwerken.

Insgesamt ist es der Fachgruppe wichtig, kontinuierlich Impulse zu einer politisch reflektierten Selbstverständigung des Arbeitsfeldes familienbezogene Bildung innerhalb der DEAE zu geben und dabei die bildungs- und sozialpolitische Bedeutung dieses Handlungsfeldes für Gesellschaft und Kirche herauszuarbeiten.

 

Themenrelevantes Material finden Sie hier:

Mitglieder der Fachgruppe Familienbezogene Bildung

 

 

Ansprechpartner

 

Dr. Steffen Kleint

Wissenschaftlicher Referent des Comenius-Institut zuständig für die Fachgruppen Familienbezogene Bildung

Comenius-Institut

Schreiberstr. 12

48149 Münster

Tel.: 0251- 98101-38

E-Mail: kleint@comenius.de

DEAE- Symposion: Weiterentwicklung kultursensibler Familienbildung

 

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis nutzten das Symposion der DEAE-Fachgruppe Familienbezogene Erwachsenenbildung am 18. 10. 2016, um interdisziplinär zu beraten, welche konzeptionellen Entwicklungen hinsichtlich Eltern und Familien mit Migrationshintergrund zurzeit anstehen. Unter erweitertem Diversity-Gesichtspunkt wurden unter anderem beraten: ein Curriculum der Flüchtlingsbegleitung - Rahmenbedingungen für mehr partnerschaftliche Familienpraxis - konkrete Ideen für eine partizipative und sozialräumliche Entwicklung von Kindertageseinrichtungen, Familienzentren und Familienbildungsstätten.

 

DEAE-Symposium

 

 

Im Gespräch waren die wissenschaftlichen Disziplinen: Erwachsenenbildung, Vergleichende Erziehungswissenschaft, Migrationsforschung, Soziale Arbeit, Kultur- und Religionswissenschaften sowie Politikwissenschaften; und seitens der Praxis brachten sich ein: Familienbildungsstätten, Erwachsenenbildungswerke, Akademien, Berufliche Aus- und Weiterbildungsstätten, Migrantenselbstorganisationen, Kommunen, Kirchenkreise und Vereine.

zum Tagungsbericht (pdf)

 

Tagung Fremdheit - Flüchtlinge - Familien

Kultursensible Bildung mit Eltern und Familien

 

Am 30. November 2015 lud die DEAE-Fachgruppe Familienbezogene Bildung nach Düsseldorf (Diakonisches Werk der Ev. Kirche im Rheinland) zu einer Tagung mit einem brandaktuellen Thema ein. Die Tagung ermutigte mit einem Vortrag, einem Theater und Workshops zur Diskussion um die Arbeit mit Flüchtlingsfamilien in der Familienbildung und bot ein Forum für den Austausch mit vielen Akteuren.

 

Unterlagen zur Tagung

Flyer zur Tagung

Einleger Tagungsmappe

Teilnehmerliste der Tagung

 

Vortrag Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan Interkulturell geprägte Familien- und Erziehungsstile in Deutschland

Workshop Karin Blankenagel Wege zur kultursensiblen Angebotsplanung und bewährte Beispiele (kommt noch)

Workshop Detlev Meyer-Düttingdorf Interkulturelle Quailifizierung begleitet durch Organisationsentwicklung

Workshop Dietmar Fleischer Felder interkutlureller Väterarbeit

Workshop Andrea Eisele, Mia Trapp, Rita Gerharz-Kaun Flüchtlingseltern sprachlos?

Theaterbildung Forumtheater Inszene Die Armen! Aber bitte nicht hier

>>> FACHGRUPPE BILDUNG IM ALTER

 

 

Im Alter wird Bildung neu entdeckt. Ob im Rahmen zivilgesellschaftlicher Engagements, in der allgemeinen Weiterbildung oder in Belangen persönlicher und familiärer Entwicklung: in älteren Generationen wächst der Wunsch nach Begegnung, Vernetzung und Qualifizierung und dies hat langfristige Auswirkungen auf die evangelische Bildungsplanung und -praxis.

 

Die DEAE-Fachgruppe "Bildung im Alter" erarbeitet Vorschläge, wie sich die zunehmende Agilität und Interessenvielfalt im Alter wirksam unterstützen lässt. Sie setzt sich für mehr Dialog und Vernetzung ein und konkretisiert mit Publikationen und Veröffentlichungen evangelisch verantwortete Bildung im Lebenslauf.

 

 

Schwerpunktthemen im Bereich Bildung im Alter

 Wohnen im Alter

  • Keywork im Quartier. Schlüsselkompetenzen und neue Verantwortungsrollen für das Leben, Wohnen und Arbeiten im Quartier, Intensivseminar am 12.-16. September 2016 in Düsseldorf

Gesundheit im Alter

Kunst und Kultur im Alter

Religiosität im Alter

Engagement und Generationenverantwortung im Alter

Lebensformen und Familie im Alter

Qualifizierungskurse

 

Publikationen und Konzepte

 

Leitende Arbeitsthesen der Fachgruppe 

 Die Bildungsarbeit mit älteren Menschen muss von milieuspezifischen Zugangsweisen, unterschiedlichen Lebenslagen sowie lokalen Interessen- und Problemlagen ausgehen.

  1. Zeitgemäße und plurale Leitbilder des Alters müssen in der Bildungsarbeit entwickelt und praktisch wirksam werden.
  2. Anzubieten sind keine vorgefertigten Antworten und deduktiv zu ermittelnde Wissensbestände, sondern Lernarrangements, die Raum für offene Suchbewegungen - auch in religiösen Fragen - geben.
  3. Die Zugänge und Formate in der Bildungsarbeit mit älteren Menschen sind partizipativ zu entwickeln und auszugestalten.
  4. Persönliche, partnerschaftliche oder/und familiäre Entwicklungsaufgaben rücken mit zunehmendem Alter neu in den Fokus und sind hinsichtlich der Bildungsangebote stärker zu berücksichtigen.
  5. Zu schaffen sind Gelegenheiten für die Begegnungen von unterschiedlichen Alters- und Milieugruppen als Ausgangspunkt für gemeinsame Erfahrungen und soziale Netzwerke.
  6. Nur insoweit es kirchlichen Institutionen selbst gelingt, eine Kultur lebensbegleitenden und Generationen verbindenden Lernens zu entwickeln, lässt sich auch in der Öffentlichkeit das Bemühen um mehr Bildungs- und Partizipationsangebote für ältere Menschen glaubhaft kommunizieren.

Mitglieder der Fachgruppe Bildung im Alter

 

ANSPRECHPARTNER/IN:

 

Gerrit Heetderks

Sprecher der FG Bildung im Alter

eeb-Nordrhein

Graf-Recke.Str. 209

40237 Düsseldorf

Tel.: 0211-3610 221

E-Mail: heetderks@eeb-nordrhein.de

 

Sabine Schmerschneider

Stellv. Sprecherin der FG Bildung im Alter

EEB Sachsen

Tauscherstr. 44

01277 Dresden

Tel.: 0351-656154 18

E-Mail: sabine.schmerschneider@evlks.de

 

 

 

Dr. Steffen Kleint

Wissenschaftlicher Referent des Comenius-Institut zuständig für die Fachgruppen Familienbezogene Bildung

Comenius-Institut

Schreiberstr. 12

48149 Münster

Tel.: 0251- 98101-38

E-Mail: kleint@comenius.de

Migration und Alter. Ein Impulstag

Ein Bericht zur Veranstaltung vom 23.09.2016

Ältere Menschen mit Migrationshintergrund gehören zu einer Bevölkerungsgruppe, die bisher nicht sonderlich im Fokus stand, aber künftig stetig anwachsen wird. Kirchengemeinden und Bildungswerke, insbesondere in kulturell bunt gemischten Stadtteilen, stehen vor der Aufgabe, ein gutes Miteinander der Menschen vor Ort zu fördern. Dabei ist Kirche kompetent im Thema Alter, so gab es bereits viele Projekte zu diesem Bereich, insbesondere für die Arbeit mit Spätaussiedlern.

 

Dr. Michael Blume, Staatsministerium Baden-Württemberg


Diese Überlegungen waren Anlass für die Fachgruppe Bildung im Alter der Deutschen Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE ) e.V., den Impulstag „Migration und Alter“ zu initialisieren.

In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenen- und Familienbildung in Baden und in Württemberg, dem Amt für Gemeindedienst der bayerischen Landeskirche fand dieser Fachtag am 23.09.2016 in Stuttgart mit über 100 Teilnehmenden statt. Dieses sehr große Interesse, das die erste Bildungskonferenz zu diesem Thema in Süddeutschland erlangt hat, steht für die Aktualität und Brisanz des Themas.

Mit den Tagungsschwerpunkten am 23. September konnte nun ein deutliches Zeichen gesetzt werden, dass es eben nicht nur um „Pflege“ gehen kann, sondern auch um das Zusammenleben mit älteren Migranten/innen, um gemeinsame oder besondere Bildungsinteressen und entsprechende Angebote und Initiativen.

Beim Thema „Migration und Alter“ sind demografische und soziale Veränderungen in unserer Gesellschaft gleichermaßen relevant: Wie gestalten wir eine Gesellschaft mit, die immer älter und kulturell gesehen immer bunter wird? Kirchengemeinden und Bildungswerke, etwa solche in kulturell bunt gemischten Stadtteilen, stehen vor der Aufgabe, ein gutes Miteinander der Menschen vor Ort zu fördern. Die Evangelische Erwachsenenbildung hat dabei insbesondere diejenigen Menschen im Blick, die nicht so selbstverständlich Zugang zu Bildungsangeboten und sozialen Netzwerken haben. Ältere Migrantinnen und Migranten sind vergleichsweise schlechter gestellt als ältere Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind. Das gilt bezüglich ihres Gesundheitszustandes, ihrer finanziellen Ressourcen und ihres Zugangs zu öffentlichen Angeboten, etwa Bildung oder Beratung. Auch die familiären Strukturen, die früher oftmals intakter waren als in deutschen Familien, sind nicht mehr so verlässlich. Und dann stellt sich im Alter zugespitzt die Frage: „Wo bleibe ich, wenn ich zu alt bin, hin- und herzureisen? Die Kontakte hier und da zu pflegen?“ Menschen in diesen Fragen zu begleiten, ist wichtige Herausforderung für die kirchliche Arbeit vor Ort.


     

Oberkirchenrat Werner Baur, Ev. Landeskirche Württemberg 

 

Zu einer engeren Zusammenarbeit von Landeskirchen, Diakonie und kirchlichen Werken im Engagement für älter werdende Migranten hat der Bildungsdezernent der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Oberkirchenrat Werner Baur, beim Auftakt des Fachtages aufgerufen. Denn diese Probleme seien nicht einzeln und vereinzelt zu lösen. Baur warb angesichts der demografischen Herausforderungen für ein stärkeres Engagement von Christen. „Wo es um Menschen und das Leben geht, darf die Kirche nicht fehlen“. Alte Menschen dürften nicht nur als Empfänger von Pflege und Versorgung gesehen werden, sondern als Ressource für die Gesellschaft, betonte er.

Der Tagung gelang es, die Belange älterer Menschen mit Migrationshintergrund in facettenreich und mit vielen Gesprächsformaten in den Mittelpunkt zu rücken. Experten und Expertinnen aus drei Landeskirchen wurde erstmals ein Forum geboten, um sich kennen zu lernen und über ihre Praxis mit älteren Migranten und Migrantinnen ins Gespräch zu kommen. 

Workshops zu den Themen „Beratung für Migrant/innen mit Demenz“, „Religiöse Vielfalt in den älteren Generationen,“ „Wenn Eltern in der Ferne älter werden“, „Ältere in Gemeinden anderer Sprache und Herkunft“, „Kulturelle Arbeit mit älteren Menschen mit  Migrationshintergrund“, „Veränderte Altersbilder am Beispiel der Arbeit mit Spätaussiedlern“  rundeten den Austausch ab.

 

Dies war für die kirchliche Bildungsarbeit, jedenfalls in Süddeutschland, eine Premiere – eine Premiere mit positiver Resonanz von allen Seiten. Kirche ist kompetent fürs Alter, erst recht für ein buntes Alter! Insgesamt müssen ältere Menschen viel mehr in ihren Ressourcen und Stärken wahrgenommen werden. Die kirchliche Bildungsarbeit tut gut daran, sie nicht nur als Konsumenten kirchlicher Hilfsangebote zu sehen, sondern vielmehr als aktive Gestalter ihres eigenen Lebens und ihrer Umgebung. Hierfür Möglichkeiten zu schaffen, alten Menschen zu sagen: Ihr werdet gebraucht! Bringt Euch ein mit Euren Erfahrungen, Ideen, Wünschen! Das stärkt den einzelnen und ist eine Brücke zwischen Menschen. Wenn das dann auf eine kultursensible Weise geschieht, wie bei diesem Impulstag, umso besser.

 

 

Weitere Berichterstattung zu dem Fachtag finden Sie hier

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