FACHGRUPPE BILDUNG IM ALTER

Im Alter wird Bildung neu entdeckt. Ob im Rahmen zivilgesellschaftlicher Engagements, in der allgemeinen Weiterbildung oder in Belangen persönlicher und familiärer Entwicklung: in älteren Generationen wächst der Wunsch nach Begegnung, Vernetzung und Qualifizierung und dies hat langfristige Auswirkungen auf die evangelische Bildungsplanung und -praxis.

 

Die DEAE-Fachgruppe "Bildung im Alter" erarbeitet Vorschläge, wie sich die zunehmende Agilität und Interessenvielfalt im Alter wirksam unterstützen lässt. Sie setzt sich für mehr Dialog und Vernetzung ein und konkretisiert mit Publikationen und Veröffentlichungen evangelisch verantwortete Bildung im Lebenslauf.

 

 

 

 

FG Bildung im Alter 2018

v.l.n.r.: Gabriele Holdorf (Sprecherin), Karin Nell, Elisabeth Meitz-Sielmann, Angela Biegler, Karin Sauer, Bettina Hertel. Nicht auf dem Bild: Annegret Zander und Petra Müller.

 

ANSPRECHPARTNER/IN:

 Gabriele Holdorf

Sprecherin der FG Bildung im Alter

Forum Kirche

Fachstelle Alter   Hollerallee 75    

28209 Bremen  

holdorf.forum@kirche-bremen.de

 

Bettina Hertel

Stellv. Sprecherin der FG Bildung im Alter

"LAGES, Evang. Senioren in Württemberg /
EAEW Evang. Erwachsenen- und Familienbildung in Württemberg"   Büchsenstr. 37 A    

70174 Stuttgart  

 b.hertel@eaew.de

>>> Schwerpuntthemen

Schwerpunktthemen im Bereich Bildung im Alter

 Wohnen im Alter

  • Keywork im Quartier. Schlüsselkompetenzen und neue Verantwortungsrollen für das Leben, Wohnen und Arbeiten im Quartier, Intensivseminar am 12.-16. September 2016 in Düsseldorf

Gesundheit im Alter

Kunst und Kultur im Alter

Religiosität im Alter

  • Fachtag "Eure Alten sollen Träume haben"            s.u.

Engagement und Generationenverantwortung im Alter

  •  Fachtag "Migration und Alter"                              s.u.

Lebensformen und Familie im Alter

 

Qualifizierungskurse

 

Publikationen und Konzepte

 

Leitende Arbeitsthesen der Fachgruppe 

 Die Bildungsarbeit mit älteren Menschen muss von milieuspezifischen Zugangsweisen, unterschiedlichen Lebenslagen sowie lokalen Interessen- und Problemlagen ausgehen.

  1. Zeitgemäße und plurale Leitbilder des Alters müssen in der Bildungsarbeit entwickelt und praktisch wirksam werden.
  2. Anzubieten sind keine vorgefertigten Antworten und deduktiv zu ermittelnde Wissensbestände, sondern Lernarrangements, die Raum für offene Suchbewegungen - auch in religiösen Fragen - geben.
  3. Die Zugänge und Formate in der Bildungsarbeit mit älteren Menschen sind partizipativ zu entwickeln und auszugestalten.
  4. Persönliche, partnerschaftliche oder/und familiäre Entwicklungsaufgaben rücken mit zunehmendem Alter neu in den Fokus und sind hinsichtlich der Bildungsangebote stärker zu berücksichtigen.
  5. Zu schaffen sind Gelegenheiten für die Begegnungen von unterschiedlichen Alters- und Milieugruppen als Ausgangspunkt für gemeinsame Erfahrungen und soziale Netzwerke.
  6. Nur insoweit es kirchlichen Institutionen selbst gelingt, eine Kultur lebensbegleitenden und Generationen verbindenden Lernens zu entwickeln, lässt sich auch in der Öffentlichkeit das Bemühen um mehr Bildungs- und Partizipationsangebote für ältere Menschen glaubhaft kommunizieren.

>>>Fachtag "Eure Alten sollen Träume haben"

Fachtag : Eure Alten sollen Träume haben

 

Die DEAE-Tagung am 7. April 2016 in Weimar unterstrich: Auch die Altenarbeit in Gemeinden und Kirchenkreise ist ein fruchtbares Entwicklungsfeld für die Evangelische Erwachsenenbildung. Landesverbände der Erwachsenenbildung können ihre Beratungs- und Entwicklungstätigkeit in Hinblick auf Gemeinden und Kirchenkreise beziehungsweise die Nutzung dortiger Räumlichkeiten, Ressourcen und Beziehungen gut intensivieren, dafür aber benötigen sie erst mal Kontakte, Kapazitäten und Konzepte. In diesem Orientierungsprozess kann eine Unterstützung von Bundesebene aus hilfreich sein.

 

Aus unterschiedlichen Kirchenkreisen der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM) kamen dreißig Teilnehmenden mit der für sie drängenden Frage nach Weimar, wie sie in ihren Gemeinden und Kirchenkreisen jeweils Angebote für Ältere erhalten und neu entwickeln können. Die Vertreter der Erwachsenenbildung konnten hierzu hilfreiche Impulse geben: keine weiteren Engführungen auf Kirchenmitglieder – nicht Lebensalter, sondern Themen/Interessen als Aufhänger nehmen – mehr Selbstinitiative ermöglichen – neue Angebots- und Arbeitsformen ausprobieren – auch jüngere Ältere in den Blick nehmen u.a.m.. Die Teilnehmenden waren offen für solche Gesichtspunkte und auch dankbar dafür, gemeinsam eine neue Methode ausprobieren zu können. Die sogenannte ‚Blaumarkt-Methode‘ fanden sie sehr hilfreich, als konkrete Anregungen zur Entwicklung ihrer Gemeinde- beziehungsweise Kirchenkreisarbeit. Die Teilnehmenden wurden an diesem Tag vielfältig für eine engere Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung und ihren Netzwerken sensibilisiert. Insbesondere rückte die Erwachsenenbildung der EKM als eine versierte Beraterin und konkret anzusprechende Partnerin für die Entwicklung von Bildungsangeboten in das Blickfeld der vertretenen Gemeinden und Kirchenkreise. 

Dokumentationen zum Fachtag "Eure Alten sollen Träume haben"

Tagungsflyer "Eure Alten sollen Träume haben"

Input Workshop 1

Doku Workshop 2

Fragebogen Jungsenioren

>>>Fachtag "Migration und Alter"

Ein Bericht zur Veranstaltung vom 23.09.2016

Ältere Menschen mit Migrationshintergrund gehören zu einer Bevölkerungsgruppe, die bisher nicht sonderlich im Fokus stand, aber künftig stetig anwachsen wird. Kirchengemeinden und Bildungswerke, insbesondere in kulturell bunt gemischten Stadtteilen, stehen vor der Aufgabe, ein gutes Miteinander der Menschen vor Ort zu fördern. Dabei ist Kirche kompetent im Thema Alter, so gab es bereits viele Projekte zu diesem Bereich, insbesondere für die Arbeit mit Spätaussiedlern.

 

Dr. Michael Blume, Staatsministerium Baden-Württemberg


Diese Überlegungen waren Anlass für die Fachgruppe Bildung im Alter der Deutschen Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE ) e.V., den Impulstag „Migration und Alter“ zu initialisieren.

In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenen- und Familienbildung in Baden und in Württemberg, dem Amt für Gemeindedienst der bayerischen Landeskirche fand dieser Fachtag am 23.09.2016 in Stuttgart mit über 100 Teilnehmenden statt. Dieses sehr große Interesse, das die erste Bildungskonferenz zu diesem Thema in Süddeutschland erlangt hat, steht für die Aktualität und Brisanz des Themas.

Mit den Tagungsschwerpunkten am 23. September konnte nun ein deutliches Zeichen gesetzt werden, dass es eben nicht nur um „Pflege“ gehen kann, sondern auch um das Zusammenleben mit älteren Migranten/innen, um gemeinsame oder besondere Bildungsinteressen und entsprechende Angebote und Initiativen.

Beim Thema „Migration und Alter“ sind demografische und soziale Veränderungen in unserer Gesellschaft gleichermaßen relevant: Wie gestalten wir eine Gesellschaft mit, die immer älter und kulturell gesehen immer bunter wird? Kirchengemeinden und Bildungswerke, etwa solche in kulturell bunt gemischten Stadtteilen, stehen vor der Aufgabe, ein gutes Miteinander der Menschen vor Ort zu fördern. Die Evangelische Erwachsenenbildung hat dabei insbesondere diejenigen Menschen im Blick, die nicht so selbstverständlich Zugang zu Bildungsangeboten und sozialen Netzwerken haben. Ältere Migrantinnen und Migranten sind vergleichsweise schlechter gestellt als ältere Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind. Das gilt bezüglich ihres Gesundheitszustandes, ihrer finanziellen Ressourcen und ihres Zugangs zu öffentlichen Angeboten, etwa Bildung oder Beratung. Auch die familiären Strukturen, die früher oftmals intakter waren als in deutschen Familien, sind nicht mehr so verlässlich. Und dann stellt sich im Alter zugespitzt die Frage: „Wo bleibe ich, wenn ich zu alt bin, hin- und herzureisen? Die Kontakte hier und da zu pflegen?“ Menschen in diesen Fragen zu begleiten, ist wichtige Herausforderung für die kirchliche Arbeit vor Ort.


     

Oberkirchenrat Werner Baur, Ev. Landeskirche Württemberg 

 

Zu einer engeren Zusammenarbeit von Landeskirchen, Diakonie und kirchlichen Werken im Engagement für älter werdende Migranten hat der Bildungsdezernent der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Oberkirchenrat Werner Baur, beim Auftakt des Fachtages aufgerufen. Denn diese Probleme seien nicht einzeln und vereinzelt zu lösen. Baur warb angesichts der demografischen Herausforderungen für ein stärkeres Engagement von Christen. „Wo es um Menschen und das Leben geht, darf die Kirche nicht fehlen“. Alte Menschen dürften nicht nur als Empfänger von Pflege und Versorgung gesehen werden, sondern als Ressource für die Gesellschaft, betonte er.

Der Tagung gelang es, die Belange älterer Menschen mit Migrationshintergrund in facettenreich und mit vielen Gesprächsformaten in den Mittelpunkt zu rücken. Experten und Expertinnen aus drei Landeskirchen wurde erstmals ein Forum geboten, um sich kennen zu lernen und über ihre Praxis mit älteren Migranten und Migrantinnen ins Gespräch zu kommen. 

Workshops zu den Themen „Beratung für Migrant/innen mit Demenz“, „Religiöse Vielfalt in den älteren Generationen,“ „Wenn Eltern in der Ferne älter werden“, „Ältere in Gemeinden anderer Sprache und Herkunft“, „Kulturelle Arbeit mit älteren Menschen mit  Migrationshintergrund“, „Veränderte Altersbilder am Beispiel der Arbeit mit Spätaussiedlern“  rundeten den Austausch ab.

 

Dies war für die kirchliche Bildungsarbeit, jedenfalls in Süddeutschland, eine Premiere – eine Premiere mit positiver Resonanz von allen Seiten. Kirche ist kompetent fürs Alter, erst recht für ein buntes Alter! Insgesamt müssen ältere Menschen viel mehr in ihren Ressourcen und Stärken wahrgenommen werden. Die kirchliche Bildungsarbeit tut gut daran, sie nicht nur als Konsumenten kirchlicher Hilfsangebote zu sehen, sondern vielmehr als aktive Gestalter ihres eigenen Lebens und ihrer Umgebung. Hierfür Möglichkeiten zu schaffen, alten Menschen zu sagen: Ihr werdet gebraucht! Bringt Euch ein mit Euren Erfahrungen, Ideen, Wünschen! Das stärkt den einzelnen und ist eine Brücke zwischen Menschen. Wenn das dann auf eine kultursensible Weise geschieht, wie bei diesem Impulstag, umso besser.

 

 

Weitere Berichterstattung zu dem Fachtag finden Sie hier

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